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Quelle: GMDS 2023, Urheber: Lea Brandl, mit freundlicher Genehmigung

Ver├Âffentlicht: 17.07.2023 (aktualisiert: 15.09.2023). ­čöŚ Permalink

Terminology Server Challenge @ GMDS 2023

Im Rahmen der 68. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft f├╝r Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS), der GMDS 2023, richtet die GMDS-AG Medizinische Terminologien und Klassifikationen (MTK) gemeinsam mit der SU-TermServ eine Terminologieserver-Challenge aus.

Die Terminologieserver-Challenge findet am Donnerstag, den 21.09. von 09:00 bis circa 16:00 im Raum T.1.52 statt. Wir freuen uns auf Ihre Mitwirkung!

Die Anmeldung zu der Veranstaltung erfolgt mit der regul├Ąren Tagungsanmeldung f├╝r die GMDS 2023. Mehr Informationen zur Registrierung und zum Kongress entnehmen Sie gerne der Tagungswebsite, dort ist auch das Programm ver├Âffentlicht.

Vorl├Ąufiges Programm

Vorl├Ąufiges Programm mit Stand vom 2023-09-01. Alle Zeiten in MESZ/CEST/UTC+2.
Zeit Produkt Referent:in
09:00-09:15 Einf├╝hrung Julian Sa├č, Josef Ingenerf, Joshua Wiedekopf
09:15-09:55 Ontoserver John Grimes, Dion McMurtrie (CSIRO, Brisbane, Australien)
10:00-10:40 Kodjin Terminology Server Svitlana Vedmed, Eugene Yesakov (Edenlab, Talinn, Estland)
10:45-11:25 HAPI FHIR Server Julian Sa├č (BIH Berlin)
11:30-12:10 ID Logik Nikola Marijan, Dirk Rempe (ID Berlin)
12:10-13:00 Lunch
open-end Diskussion

Motivation und Inhalte der Challenge

Terminologieserver (TS) sind spezialisierte Softwaresysteme, die Anwendungssystemen einen Zugriff auf terminologische Inhalte u╠łber definierte Programmierschnittstellen (API) erlauben. Mit der Etablierung von HL7 FHIR als Strukturstandard fu╠łr das deutsche Gesundheitswesen (siehe Spezifikationen wie die MIOs der KBV, des Kerndatensatzes der MII oder dem GECCO-Datensatz des NUM) ist das FHIR-Terminologiemodul als Grundlage fu╠łr terminologische Dienste alternativlos. Es erlaubt, heterogene Semantikstandards im Sinne von Terminologien und Klassifikationen sowie daraus abgeleitete Inhalte mittels standardisierte FHIR-Ressourcen wie CodeSystem (CS) sowie ValueSet (VS) und ConceptMap (CM) bereitzustellen und u╠łber standardisierte Softwaredienste (z.B. $lookup, $expand, $translate) zuzugreifen. Abha╠łngig von der Komplexita╠łt verwendeter Kodiersysteme und ihrer Nutzung in FHIR-Profilen (Binding) resultieren verschiedenste Herausforderungen.

Infrastrukturell zeigt sich zunehmend die Notwendigkeit, geeignete Terminologieserver-Lo╠łsungen einzusetzen. Dieses zeigt auch die Reaktion des Gesetzgebers, der Ende 2022 mit dem Krankenhauspflegeentlastungsgesetz (KHPflEG) den verpflichtenden Aufbau eines nationalen Terminologieservers samt Inhalten u╠łber die Absa╠łtze 12-14 im ┬ž355 SGB V gefordert hat.

Aktuell existiert eine sehr gro├če Verunsicherung dahingehend, welche Terminologieserver-Lo╠łsungen fu╠łr welche Anforderungen geeignet sind. Einige Beurteilungskriterien seien hier nur angedeutet, um eine differenzierte Diskussion zu ermo╠łglichen:

  • Reine Bereitstellung von terminologischen Ressourcen (passiver TS) versus Angebot von terminologischen Diensten u╠łber eine API (aktiver TS)
  • Zentraler versus dezentraler Einsatz eines TS (letzterer mit versus ohne Synchronisation von Inhalten eines zentralen TS)
  • Kommerzielle versus open-source Lo╠łsung
  • Erfahrung mit TS-Lo╠łsungen in anderen La╠łndern

Konkrete Lo╠łsungen wurden bereits 2021 im Workshop der GMDS-AG MTK diskutiert. Verscha╠łrft wird die zo╠łgerliche Entscheidung hin zum Einsatz von dedizierten (aktiven) Terminologieserver-Lo╠łsungen dadurch, dass (scheinbar) jeder native FHIR-Server bereits einen ausreichenden Support von terminologischen Diensten liefert. Als Ausgangspunkt fu╠łr einen Vergleich verschiedener Softwarelo╠łsungen ko╠łnnen CapabilityStatements herangezogen werden, die jeder implementierte FHIR-Server und damit auch FHIR-basierte Terminologieserver bereitstellen mu╠łssen. Aus anderen Aktivita╠łten insbesondere in der Medizininformatik-Intiative (z.B. Task-Force Datenselektion, Datenbereitstellung und Testdaten (DDT)) ist jedoch bekannt, dass verschiedene Implementierungen von nativen FHIR-Servern gro├če Unterschiede hinsichtlich der theoretischen und praktischen Machbarkeit, Ma╠łchtigkeit und Performanz etwa von FHIR-Search-Anfragen aufweisen. Die beobachteten Pha╠łnomene lassen sich um so mehr mit Blick auf FHIR-basierte Terminologieserver herausarbeiten.

Ziele des Workshops

Orientiert am Format der Clinical Document Challenge, die seit dem Jahr 2011 regelma╠ł├čig von der GMDS zusammen mit der Deutsche Interdisziplin├Ąre Vereinigung f├╝r Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) veranstaltet wird, sollen Entwickler:innen bzw. Herstellern die Gelegenheit gegeben werden, unter vergleichbaren Bedingungen die unterschiedlichen Produktphilosophien und Funktionalita╠łten ihrer Terminologieserver-Lo╠łsungen einem fachkundigen Publikum vorzustellen. Hierzu werden typische Szenarien mit Testaufgaben, Testdaten und Test-Services vorbereitet, die jeweils abgearbeitet werden sollen. Am Ende wird mit dieser vergleichenden Vorstellung eine Transparenz gefo╠łrdert, die Interessenten eine bessere Beurteilung von Lo╠łsungen mit ihren Sta╠łrken und Schwa╠łchen fu╠łr ihre jeweiligen Problemstellungen erleichtern soll. Eine Stellungnahme durch die Organisatoren oder Bewertung der Lo╠łsungen mit einem Ranking ist explizit nicht beabsichtigt. Das Hauptziel der Veranstaltung ist es, eine offene Diskussion der Teilnehmenden zu f├Ârdern.